Ole Einar Bjørndalen

Ole Einar Bjørndalen Biathlon Skilanglauf
Ole Einar Bjørndalen
Nation Norwegen Norwegen  Norwegen
Geburtstag 27. Januar 1974 (43 Jahre alt)
Geburtsort DrammenNorwegen Norwegen  Norwegen
Größe 179 cm
Beruf Profisportler
Karriere
Disziplin Biathlon
Skilanglauf
Verein Simostranda IL
Trainer Roger Grubben (Cheftrainer)
Joar Himmle (Schießtrainer)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 8 × Gold 4 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 20 × Gold 14 × Silber 11 × Bronze
JWM-Medaillen 3 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe  Olympische Winterspiele
0Gold0 1998 Nagano Sprint
0Silber0 1998 Nagano Staffel
0Gold0 2002 Salt Lake City Einzel
0Gold0 2002 Salt Lake City Sprint
0Gold0 2002 Salt Lake City Verfolgung
0Gold0 2002 Salt Lake City Staffel
0Silber0 2006 Turin Einzel
0Silber0 2006 Turin Verfolgung
0Bronze0 2006 Turin Massenstart
0Silber0 2010 Vancouver Einzel
0Gold0 2010 Vancouver Staffel
0Gold0 2014 Sotschi Sprint
0Gold0 2014 Sotschi Mixed-Staffel
IBU  Biathlon-Weltmeisterschaften
0Silber0 1997 Osrblie Staffel
0Bronze0 1997 Osrblie Verfolgung
0Gold0 1998 Hochfilzen Mannschaft
0Silber0 1998 Hochfilzen Verfolgung
0Bronze0 1999 Kontiolahti Massenstart
0Bronze0 1999 Kontiolahti Staffel
0Silber0 2000 Lahti Staffel
0Bronze0 2000 Oslo Massenstart
0Silber0 2001 Pokljuka Massenstart
0Bronze0 2001 Pokljuka Staffel
0Gold0 2003 Chanty-Mansijsk Sprint
0Gold0 2003 Chanty-Mansijsk Massenstart
0Silber0 2004 Oberhof Staffel
0Bronze0 2004 Oberhof Einzel
0Bronze0 2004 Oberhof Sprint
0Bronze0 2004 Oberhof Verfolgung
0Gold0 2005 Hochfilzen Sprint
0Gold0 2005 Hochfilzen Verfolgung
0Gold0 2005 Hochfilzen Massenstart
0Gold0 2005 Hochfilzen Staffel
0Silber0 2006 Pokljuka Mixed-Staffel
0Gold0 2007 Antholz Sprint
0Gold0 2007 Antholz Verfolgung
0Silber0 2007 Antholz Staffel
0Gold0 2008 Östersund Verfolgung
0Silber0 2008 Östersund Einzel
0Silber0 2008 Östersund Massenstart
0Silber0 2008 Östersund Staffel
0Bronze0 2008 Östersund Sprint
0Gold0 2009 Pyeongchang Sprint
0Gold0 2009 Pyeongchang Verfolgung
0Gold0 2009 Pyeongchang Einzel
0Gold0 2009 Pyeongchang Staffel
0Silber0 2010 Chanty-Mansijsk Mixed-Staffel
0Gold0 2011 Chanty-Mansijsk Mixed-Staffel
0Gold0 2011 Chanty-Mansijsk Staffel
0Gold0 2012 Ruhpolding Mixed-Staffel
0Gold0 2012 Ruhpolding Staffel
0Gold0 2013 Nové Město Staffel
0Silber0 2015 Kontiolahti Staffel
0Gold0 2016 Oslo Staffel
0Silber0 2016 Oslo Sprint
0Silber0 2016 Oslo Verfolgung
0Bronze0 2016 Oslo Massenstart
0Bronze0 2017 Hochfilzen Verfolgung
IBU  Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
0Bronze0 1992 Canmore Staffel
0Gold0 1993 Ruhpolding Einzel
0Gold0 1993 Ruhpolding Sprint
0Gold0 1993 Ruhpolding Staffel
Platzierungen im Biathlon-Weltcup
Debüt im Weltcup 1992
Weltcupsiege 134 (94 Einzelsiege)
Gesamtweltcup 1. ( 1997/98, 2002/03, 2004/05,
2005/06, 2007/08, 2008/09)
Einzelweltcup 1. ( 2004/05)
Sprintweltcup 1. ( 1994/95, 1996/97, 1997/98,
1999/2000, 2000/01, 2002/03,
2004/05, 2007/08, 2008/09)
Verfolgungsweltcup 1. ( 1999/2000, 2002/03, 2005/06,
2007/08, 2008/09)
Massenstartweltcup 1. ( 2002/03, 2004/05, 2005/06,
2006/07, 2007/08)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 8 9 2
 Sprint 35 24 12
 Verfolgung 37 14 8
 Massenstart 14 6 9
 Staffel 39 21 14
 Team 1 0 0
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
Debüt im Weltcup 28. November 1998
Weltcupsiege 1
Gesamtweltcup 29. ( 2001/02)
Sprintweltcup 89. ( 1999/2000)
Distanzweltcup 25. ( 2006/07)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Distanzrennen 1 2 0
 Team 0 1 1
letzte Änderung: Saisonende 2016/17

Ole Einar Bjørndalen (* 27. Januar 1974 in Drammen) ist ein norwegischer Biathlet.

Sowohl nach Anzahl der Titel als auch nach Gesamtzahl der Medaillen ist er bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen der erfolgreichste Athlet, mit acht Goldmedaillen gilt er als der erfolgreichste Winterolympionike aller Zeiten (Stand: März 2016). Seit 2011 kann er als erster männlicher Biathlet Weltmeistertitel in allen Disziplinen vorweisen. Einen seiner größten Erfolge feierte Bjørndalen bei den Olympischen Winterspielen 2002, als er alle vier dort ausgetragenen Biathlon-Wettbewerbe gewann. Im Biathlon-Weltcup erreichte er die meisten Siege und gewann auch den Gesamtweltcup am häufigsten.

2011 erhielt er die Holmenkollen-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen im Skisport. Während der Olympischen Spiele 2014 wurde er für acht Jahre in die Athletenkommission des IOC gewählt, trat aber 2016 zurück. [1]

Biathlon

Anfänge und erste Erfolge

Zum Biathlonsport kam Ole Einar Bjørndalen durch seinen vier Jahre älteren Bruder Dag. Gemeinsam mit dem dritten Bjørndalen-Bruder Hans Anton bildeten sie das „Team Bjørndalen“. 1992 bestritt er seine ersten internationalen Rennen bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Hier belegte er die Ränge 23 (Einzel) und 47 (Sprint). Mit der Staffel wurde er Sechster. Eine Medaille gelang ihm dann im Teamrennen mit dem Bronzeplatz. 1993 feierte Bjørndalen in Ruhpolding bei seinen zweiten Juniorenweltmeisterschaften den Durchbruch. Er gewann drei Goldmedaillen in vier Rennen, darunter beide Einzelwettkämpfe (Einzel und Sprint) sowie Gold im Team. In der Staffel wurde Norwegen nur Achter. Obwohl er vom Alter auch 1994 noch einmal bei den Junioren hätte starten können, zog er selbstverständlich die Olympischen Winterspiele in Lillehammer vor. Seine erste Weltcupsaison lief Ole Einar Bjørndalen im Winter 1992/93. Nach seinen für ihn wenig erfolgreich verlaufenen ersten Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer machte er zum ersten Mal in der Saison 1994/95 auf sich aufmerksam. Bei seinen ersten Weltmeisterschaften 1995 in Antholz verpasste er mit Platz vier im Sprint nur knapp eine Medaille; im Gesamtweltcup lag er nach Ende der Saison ebenfalls auf Platz vier.

Seinen ersten Sieg bei einem Weltcup-Rennen feierte Ole Einar Bjørndalen im Januar 1996 beim Einzelrennen von Antholz, am Ende der Saison 1995/96 belegte er im Gesamtweltcup Platz neun. Seine ersten Weltmeisterschaftserfolge feierte der Norweger 1997 in Osrblie mit dem Gewinn der Staffel-Silbermedaille und der Bronzemedaille in der Verfolgung.

Lange Zeit waren Ole Einar und Dag das Herzstück der norwegischen Nationalmannschaft, mit den großen Erfolgen von Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland gab es aber bald keinen Platz mehr für Dag.

Durchbruch und erste Rückschläge

Die Saison 1997/98 wurde zum ersten großen Erfolg in der Karriere des Norwegers. Bei den Olympischen Spielen in Nagano gewann Bjørndalen mit der Goldmedaille im Sprint seine erste olympische Medaille überhaupt, mit der norwegischen Staffel gewann er zudem die Silbermedaille. Bei den als Weltmeisterschaften ausgetragenen nichtolympischen Wettbewerben war Bjørndalen mit der norwegischen Mannschaft siegreich und gewann damit seine erste WM-Goldmedaille, die Silbermedaille in der Verfolgung war seine bis dahin beste Einzelleistung bei Weltmeisterschaften. Am Ende der Saison gewann Bjørndalen zudem zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup und wurde mit der Aftenposten-Goldmedaille geehrt. 1996 gewann Bjørndalen zudem zwei Medaillen bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Hochfilzen.

Nach der für Bjørndalen überaus erfolgreichen Saison 1997/98 etablierte er sich auch in den folgenden Jahren dauerhaft im Weltcup. Trotz beständiger Leistungen musste er sich jedoch im Gesamtweltcup dreimal in Folge mit dem zweiten Platz begnügen. In der Saison 1998/99 wurde er vom Deutschen Sven Fischer, in den Saisons 1999/00 und 2000/01 vom Franzosen Raphaël Poirée geschlagen. Sein schlechtestes Weltcuprennen überhaupt lief Bjørndalen zum Auftakt der Saison 2000/01 beim Einzelrennen von Antholz: Mit zwölf Schießfehlern leistete er sich die meisten Fehler des ganzen Teilnehmerfeldes, am Ende belegte er damit Platz 95. [2]

Bei Weltmeisterschaften gewann er keinen Titel; seine besten Ergebnisse waren zwei Silbermedaillen mit der norwegischen Staffel ( 2000) und im Massenstart ( 2001). Bjørndalen blieb damit auch nach seiner siebten Teilnahme ohne Einzel-Goldmedaille bei Weltmeisterschaften.

Triumph in Salt Lake City (2001/02)

Zu einem der größten Erfolge des Norwegers wurden die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. Vor Beginn der Biathlonwettbewerbe hatte Bjørndalen bereits einen Langlaufwettbewerb über 30 km Freistil absolviert und dabei einen beachtlichen fünften Platz erreicht. Mit vergleichsweise deutlichen Abständen auf die jeweiligen Silbermedaillen-Gewinner siegte er danach in allen drei ausgetragenen Einzeldisziplinen. Am 11. Februar 2002 lag er im Einzelwettbewerb 36,1 Sekunden vor dem Deutschen Frank Luck, zwei Tage später im Sprint 28,9 Sekunden vor dem Deutschen Sven Fischer sowie am 16. Februar im erstmals bei Olympischen Winterspielen ausgetragenen Verfolgungsrennen 43,0 Sekunden vor dem Franzosen Raphaël Poirée.

Nachdem Bjørndalen gemeinsam mit Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland am 20. Februar auch mit der norwegischen Staffel erfolgreich gewesen war, ging er aus allen vier bei den Olympischen Winterspielen ausgetragenen Wettbewerben als Sieger hervor. Er war damit der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele und der erste Biathlet, der mehr als zwei Goldmedaillen innerhalb der gleichen Winterspiele gewann.

Obwohl die drei Einzelsiege bei Olympia auch als Weltcupsiege zählten, reichte es Bjørndalen am Ende der Saison 2001/02 im Gesamtweltcup nur zum dritten Platz hinter Raphaël Poirée und dem Russen Pawel Rostowzew.

Am Ende des Jahres wurde er zu Norwegens Sportler des Jahres gewählt und gewann den Fearnleys olympiske ærespris.

Nachfolgende Saisons

Saison 2002/03

Nach dem Erfolg bei Olympia konnte Bjørndalen in den folgenden Jahren weitere Erfolge feiern. Nachdem in den Jahren 2000 bis 2002 der Franzose Raphaël Poirée dreimal hintereinander den Gesamtweltcup für sich entschieden hatte, errang Bjørndalen in der Saison 2002/03 seinen zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach 1998 mit insgesamt elf Saisonsiegen und einem Vorsprung von 107 Punkten auf den Weißrussen Wladimir Dratschow. Bei den am Ende der Saison im russischen Chanty-Mansijsk ausgetragenen Weltmeisterschaften holte der Norweger darüber hinaus in Sprint und Massenstart seine ersten beiden Einzel-Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Gleichzeitig waren dies seine ersten Weltmeisterschafts-Goldmedaillen seit dem Sieg mit der Mannschaft im Jahre 1998.

Saison 2003/04

Zum Auftakt der Saison 2003/04 entschied Bjørndalen in Kontiolahti und Hochfilzen drei der vier ausgetragenen Rennen für sich. Im Verlauf der Saison gewann er zwei weitere Weltcuprennen, belegte fünfmal den zweiten Platz und war dreimal Dritter. Trotz 901 Punkten im Gesamtweltcup am Ende der Saison reichte es nur zu Platz zwei; Bjørndalens Dauerrivale Raphaël Poirée gewann mit 1010 Punkten zum vierten Mal die Gesamtwertung. Auch bei den Weltmeisterschaften in Oberhof stand Bjørndalen im Schatten des Franzosen, allerdings auch geschwächt durch den Tod seiner Mutter. Während Poirée drei Goldmedaillen gewann, blieb dem Norweger ein Sieg verwehrt. Mit der Staffel gewann er die Silbermedaille, in den Einzeldisziplinen insgesamt drei Bronzemedaillen.

Saison 2004/05

Zu Beginn der Saison lag Bjørndalen nach zwei Siegen in Beitostølen und Oslo knapp vor dem dreimal erfolgreichen Deutschen Sven Fischer und dem Franzosen Raphaël Poirée, fiel dann im Gesamtweltcup aber auf Platz fünf zurück, da er den folgenden Weltcup in Östersund zur Langlauf-Vorbereitung ausließ. Nach zwei vierten Plätzen in Oberhof erkämpfte sich der Norweger mit fünf aufeinanderfolgenden Siegen in Ruhpolding und Antholz die Weltcup-Führung zwar zurück, ließ danach die olympische Generalprobe in San Sicario jedoch ebenso aus wie die ersten beiden Weltcuprennen in Pokljuka. Nur das dortige Massenstartrennen lief er mit und gewann ohne Schießfehler und einem Vorsprung von über einer Minute.

Ähnlich dominierend war Bjørndalen bei den Weltmeisterschaften 2005 im österreichischen Hochfilzen. Zu Beginn gewann er das Sprint- und das Verfolgungsrennen und am Ende der Weltmeisterschaften das Massenstartrennen. Darüber hinaus war er auch mit der norwegischen Staffel erfolgreich. Lediglich im Einzelrennen, in dem er den sechsten Platz belegte, gab es mit dem Tschechen Roman Dostál einen anderen Sieger. Durch die vier Siege erhöhte Bjørndalen die Anzahl seiner gewonnenen WM-Goldmedaillen auf sieben.

Aufgrund der sieben ausgelassenen Weltcuprennen lag Bjørndalen im Gesamtweltcup jedoch vor der letzten Weltcupstation in Chanty-Mansijsk hinter Sven Fischer und Raphaël Poirée nur auf dem dritten Platz. Nachdem im Sprint- und Verfolgungsrennen sowohl Fischer als auch Bjørndalen je einmal gewonnen und einmal den vierten Platz belegt hatten, profitierte der Norweger im letzten Saisonrennen von einer Krankheit des Deutschen. Dieser konnte als Weltcup-Führender nicht an den Start gehen und Bjørndalen belegte hinter Poirée den zweiten Platz im Massenstart. Damit sicherte er sich mit einem Vorsprung von elf Punkten zum insgesamt dritten Mal doch noch die Gesamtwertung. Bezogen auf die Gesamtleistung in den tatsächlich gelaufenen Rennen war der Norweger jedoch überlegen: In 20 Rennen gewann er zwölfmal, davon achtmal in Folge, und war in den übrigen Rennen nie schlechter als Platz sechs.

Saison 2005/06

Nach dem Gesamtweltcup-Sieg im Vorjahr begann die neue Saison für Bjørndalen wieder erfolgreich. Mit dem Sieg in Östersund sowie einem zweiten Platz in Hochfilzen übernahm er nach den ersten beiden Weltcupstationen erneut die Führung in der Gesamtwertung. Durch insgesamt sieben versäumten Rennen rutschte er danach jedoch bis auf Platz zwölf ab. Wie bereits im Vorjahr hatte er die letzte Weltcupstation vor Weihnachten zum Training ausgelassen, zu Beginn des Jahres 2006 litt er an einer Erkältung und konnte bei den beiden Weltcups in Oberhof und Ruhpolding nicht an den Start gehen. Mit zwei fünften Plätzen sowie dem Sieg im Massenstart in Antholz, dem letzten Rennen vor den Olympischen Spielen, meldete er sich danach wieder zurück.

Die Olympischen Winterspiele in Turin verliefen für Bjørndalen hingegen nicht wie erwartet. Mit vier Goldmedaillen war er der dominierende Athlet von Salt Lake City, in San Sicario gewann er jedoch keines der olympischen Rennen. Er lag zweimal in aussichtsreicher Position auf eine Goldmedaille: Beim Verfolgungsrennen musste er sich im Zielsprint dem Franzosen Vincent Defrasne geschlagen geben und gewann Silber, im abschließenden Massenstartrennen brachte er sich bis zum letzten Schießen in Führung liegend mit zwei Schießfehlern selbst um bessere Chancen und gewann schließlich Bronze. Trotz einer guten eigenen Leistung belegte er mit der norwegischen Staffel nur Platz fünf. Zusammen mit der Silbermedaille im Einzel gewann er insgesamt zwar trotzdem drei Medaillen, stand jedoch im Schatten des Deutschen Michael Greis, der mit drei Goldmedaillen ähnlich erfolgreich war wie Bjørndalen vier Jahre zuvor.

Die nacholympischen Weltcuprennen verliefen für Bjørndalen erfolgreicher und brachten ihn auch im Gesamtweltcup wieder in aussichtsreiche Position. Nach drei Siegen in Pokljuka und Kontiolahti lag er vor den letzten drei Weltcuprennen in Oslo hinter Raphaël Poirée auf Platz zwei der Gesamtwertung. Durch einen überlegenen Sieg im Sprintrennen von Oslo, bei dem der Franzose nur Platz 46 belegte, übernahm Bjørndalen bereits nach dem ersten Rennen die Weltcupführung. Diese verteidigte er durch zwei weitere Siege in den letzten beiden Rennen und gewann so mit einem Vorsprung von 119 Punkten zum vierten Mal den Gesamtweltcup.

Saison 2006/07

Ole Einar Bjørndalen in Antholz, 2006

Nach den Gesamtweltcup-Siegen in den beiden zurückliegenden Jahren gelang es Bjørndalen trotz elf Saisonsiegen in der Saison 2006/07 nicht, den Gesamtweltcup auch ein drittes Mal in Folge für sich zu entscheiden.

Die Saison begann für Bjørndalen mit fünf Siegen in Folge in Östersund und Hochfilzen. Diese Dominanz wurde erst durch einen Sieg von Michael Greis gebrochen, als der Norweger die ersatzweise erneut in Hochfilzen ausgetragenen Wettbewerbe ausließ und stattdessen am Skilanglauf-Weltcup in La Clusaz teilnahm. Mitte Januar gelangen Bjørndalen in Ruhpolding zwei weitere Weltcupsiege, außerdem war er dort auch mit der norwegischen Staffel erfolgreich. Die eine Woche später in Pokljuka stattfindenden Rennen ließ er zur Vorbereitung erneut aus. Bjørndalen hatte zu diesem Zeitpunkt sieben der von ihm bestrittenen neun Einzelrennen für sich entscheiden können.

Die Siegesserie setzte sich auch bei den Weltmeisterschaften in Antholz fort, wo er die beiden Goldmedaillen im Sprint und der Verfolgung gewann. Nach einem erfolglosen Einzelrennen gewann er mit der norwegischen Staffel außerdem die Silbermedaille. Im abschließenden Massenstartrennen kosteten ihn vier Schießfehler in den beiden Stehendschießen eine Medaille, er belegte am Ende den 4. Platz. [3]

Zur Teilnahme an den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Sapporo ließ Bjørndalen den Anfang März in Lahti stattfindenden Weltcup aus, war eine Woche später in Oslo aber wiederum zwei Mal erfolgreich. Beim abschließenden Weltcup in Chanty-Mansijsk gelang es ihm jedoch nicht mehr, sich im Gesamtweltcup gegen den Deutschen Michael Greis durchzusetzen. [4] Zum Verhängnis wurden ihm letztlich die acht ausgelassenen Saisonrennen.

Saison 2007/08

Nach dem knapp verpassten Sieg im Vorjahr gewann Bjørndalen zum fünften Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup. Er wurde damit bei den Herren zum alleinigen Rekordhalter in dieser Kategorie.

Nach dem ersten Saisondrittel lag er mit je einem Sieg in Kontiolahti, Hochfilzen und Pokljuka sowie zwei zweiten Plätzen bereits an der Spitze der Gesamtwertung. Mit den Erfolgen bei den Massenstarts von Oberhof und Antholz setzte er im Januar die Erfolgsserie fort und holte außerdem in Oberhof und Ruhpolding mit der norwegischen Staffel zwei Siege.

Bei den Weltmeisterschaften in Östersund dominierte er zusammen mit seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen und dem Russen Maxim Tschudow. Bjørndalen gewann eine Goldmedaille im Verfolgungs- sowie zwei Silbermedaillen im Einzel- und Massenstartrennen. Seine dritte Silbermedaille gewann er mit der norwegischen Staffel, die sich nur den Russen geschlagen geben musste.

Nach seinem siebten Saisonsieg beim Sprint von Chanty-Mansijsk gewann er zum Saisonende in Oslo mit einem deutlichen Vorsprung von 173 Punkten den Gesamtweltcup. Bis auf den Einzelweltcup, der an den Franzosen Vincent Defrasne ging, gewann er auch alle Disziplinen-Weltcups.

Saison 2008/09

Diese Saison wurde zu einer der erfolgreichsten Saisons in der Karriere des Norwegers. Wie im Vorjahr gewann Bjørndalen den Gesamtweltcup, zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren und zum sechsten Mal in seiner Karriere. Er zog damit mit der Schwedin Magdalena Forsberg gleich. Darüber hinaus gelang es ihm nach dem Triumph bei Olympia 2002 und den Weltmeistertiteln 2005 in Hochfilzen zum dritten Mal, vierfacher Titelträger bei einer Veranstaltung zu werden.

Die Saison begann für Bjørndalen mit zwei zweiten Plätzen in den Verfolgungen von Östersund und Hochfilzen bereits vielversprechend. In Ruhpolding unterstrich er im vorletzten Weltcup vor den Weltmeisterschaften mit zwei Einzelsiegen in Sprint und Verfolgung, dass er zum Favoritenkreis gehörte. Diese Rolle bestätigte er in Pyeongchang mit den Titeln in Sprint, Verfolgung, Einzel und mit der Staffel. Nach zwei weiteren Weltcupsiegen in Trondheim und Podiumsplatzierungen bei der Olympiageneralprobe in Whistler und in Chanty-Mansijsk sicherte der Norweger vor Tomasz Sikora und Emil Hegle Svendsen die Gesamtwertung.

Saison 2009/10

Die Saison begann für Bjørndalen mit einem 43. Platz im Einzelrennen in Östersund. Am Tag darauf blieb er fehlerfrei und gewann den Sprint über 10 km vor Emil Hegle Svendsen. Am letzten Tag des Saison-Openings belegte er mit der norwegischen Staffel Platz zwei. Beim darauf folgenden Weltcup in Hochfilzen gewann er seinen zweiten Sprint der Saison vor Nikolai Kruglow und Jewgeni Ustjugow. In der Verfolgung fiel er auf Rang drei zurück, nachdem er drei Fehler geschossen hatte. Im Zielsprint unterlag er seinem Teamkollegen Emil Hegle Svendsen und Simon Eder. In der Staffel nahm er nicht teil. In Pokljuka am folgenden Wochenende fehlte Bjørndalen.

Das neue Jahr begann erfolgreich. Bjørndalen gewann mit der norwegischen Staffel in Oberhof. Im Sprint belegte er den 14. Platz nach vier Fehlern im Stehendschießen. Den Massenstart gewann Bjørndalen souverän mit einer Minute Vorsprung vor Tim Burke. Beim zweiten deutschen Weltcup belegte er den zweiten Platz im Sprint hinter seinem Teamkollegen Emil Hegle Svendsen. Im Massenstart wurde er nach zwei Fehlschüssen sechster. Gemeinsam mit der Staffel belegt Bjørndalen Platz zwei. Am dritten Weltcup im Januar im italienischen Antholz nahm er wegen einer Erkrankung nicht teil.

Bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver nahm Bjørndalen als Mitfavorit teil. Im Sprint belegte er aufgrund der Wetterbedingungen Platz 17. Im Verfolgungsrennen schoss er zweimal daneben und kam schließlich auf dem siebten Platz an. Im Einzelrennen über 20 km gewann Bjørndalen die Silbermedaille, zeitgleich mit Sjarhej Nowikau. Er lief dabei die schnellste Laufzeit und schoss zwei Fehler. Im Massenstart schoss Bjørndalen siebenmal daneben, sodass er nur Rang 27 belegte. Am letzten Tag der Biathlonwettbewerbe gewann er die Goldmedaille mit der Staffel.

Am ersten Weltcup nach den Olympischen Winterspielen in Kontiolahti nahm Bjørndalen nicht teil. In Oslo belegte er im Sprint Platz 54 nach fünf Schießfehlern. In der Verfolgung kam er auf Platz 17 an; er schoss dabei nur einen Fehler. Im Massenstart am Sonntag belegte Bjørndalen Platz 13; es siegte der Russe Iwan Tscheresow. Beim finalen Weltcup im russischen Chanty-Mansijsk belegte er im Sprint Platz fünf. Im Massenstart belegte er Platz 15, nachdem er vier Fehler geschossen hatte. Am letzten Tag der Saison 2009/10 wurde das Weltmeisterschaftsrennen der Mixed-Staffel ausgetragen, da die Mixed-Staffel 2010 keine olympische Disziplin war. Mit der norwegischen Mixed-Staffel gewann er die Silbermedaille; es gewann die deutsche Mannschaft.

Bjørndalen beendete die Saison als Zehnter im Gesamtweltcup. Im Sprintweltcup belegte er den siebten Platz, während er im Weltcup der Verfolgung den 16. Platz belegte. Im Massenstartweltcup wurde er am Ende Siebter. Während der gesamten Saison konnte Bjørndalen drei Siege einfahren.

Saison 2010/11

Die neue Saison begann für Bjørndalen sehr erfolgreich. Im Auftaktrennen über 20 km im schwedischen Östersund belegte er den zweiten Platz. Am Tag darauf wurde er erneut Zweiter im Sprint über 10 km. Die Verfolgung am folgenden Tag gewann er überlegen.

Beim folgenden Weltcupwochenende in Hochfilzen wurde er im Sprint Zehnter. In der Verfolgung über 12,5 km verbesserte er sich auf den siebten Platz. Gemeinsam mit der norwegischen Staffel siegte er am Tag darauf im Staffelrennen über 4 × 7,5 km. Beim Weltcup im slowenischen Pokljuka belegte er im Einzelrennen Platz 55 nach sieben Schießfehlern. Im Sprint belegte er den elften Platz. In der Mixed-Staffel war Bjørndalen nicht vertreten.

Anfang Januar erreichte er mit der norwegischen Staffel den dritten Platz in Oberhof. Im Sprint schoss er vier Fehler und belegte Platz 22. Im ersten Massenstart der Saison erreichte er Platz 21. Am folgenden Wochenende wurde er Achter im Einzelrennen von Ruhpolding. Im Sprint belegte er mit einem Schießfehler Platz 17. Die abschließende Verfolgung über 12,5 km bestritt er nicht. In Antholz-Anterselva verzichtete er auf einen Start im Sprint. Im Massenstart wurde Bjørndalen mit drei Fehlern Siebter. Mit der norwegischen Staffel belegte er abschließend Platz drei. Die beiden Weltcups in Presque Isle und Fort Kent in den USA ließ er aus.

Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Chanty-Mansijsk gewann Bjørndalen die Goldmedaille in der Mixed-Staffel. In den Disziplinen Sprint, Verfolgung und Einzel trat er jeweils als Titelverteidiger an. Im Sprint belegte er Platz 22. In der Verfolgung wurde er 24. Das Einzelrennen über 20 km beendete er als Sechster. Gemeinsam mit der Staffel gewann Bjørndalen seine zweite Goldmedaille. Im abschließenden Massenstart wurde er, wie im Einzelrennen, Sechster.

Beim letzten Weltcup im norwegischen Oslo wurde er 13. im Sprint. In der Verfolgung startete er nicht. Im letzten Saisonrennen, dem Massenstart über 15 km, wurde er Dritter. Im Gesamtweltcup belegte er am Ende den zehnten Platz. Im Sprintweltcup belegte er Platz 14. Im Verfolgungsweltcup wurde er 20. Insgesamt erreichte Bjørndalen während der Saison einen Sieg und vier Podiumsplatzierungen.

Saison 2011/12

Die Saison 2011/12 begann mit einem 43. Platz im Einzelrennen von Östersund. Im Sprint am Tag darauf belegte Bjørndalen Platz neun. Die Verfolgung beendete er als 27. Beim zweiten Weltcup in Hochfilzen belegte er im Sprint Platz 19. Die Verfolgung beendete er als Fünfter. An der Staffel nahm er nicht teil. Am folgenden Wochenende fand der Weltcup wegen Schneemangels in Annecy erneut in Hochfilzen statt. Im Sprint über 10 km belegte Bjørndalen trotz null Schießfehlern Platz 15. In der Verfolgung über 12,5 km wurde er nach einem Zielsprint Zweiter. Norwegen verzichtete am Tag darauf auf die Mixed-Staffel.

Am ersten Weltcup im Jahr 2012 nahm Bjørndalen nicht teil. Beim Testweltcup für die Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto wurde er 46. im Einzelrennen über 20 km. Im Sprint schoss er vier Fehler und belegte am Ende Platz 25. In der Verfolgung verbesserte er sich auf den 15. Platz. Beim Weltcup im italienischen Antholz-Anterselva wurde Bjørndalen 56. im Sprint. Im Massenstart über 15 km wurde er Zehnter. Bei der abschließenden Staffel über 4 × 7,5 km belegte er mit seinen Teamkollegen Platz elf.

Beim Weltcup in der norwegischen Hauptstadt Oslo belegte er Platz fünf im Sprint über 10 km. In der Verfolgung schoss er vier Mal daneben und kam am Ende auf dem zehnten Platz an. Den Massenstart beendete er als 17. Beim letzten Weltcup vor den Weltmeisterschaften in Ruhpolding, in Kontiolahti, belegte er im Sprint Platz vier. Die Verfolgung am Tag darauf gewann er und erreichte damit seinen 93. Weltcupsieg im Biathlonsport.

Bei den Weltmeisterschaften gewann Bjørndalen die Goldmedaille mit der norwegischen Mixed-Staffel nach einer Zeitgutschrift. Im Sprint belegte er Platz 21. In der anschließenden Verfolgung schoss er sechs Fehler und wurde am Ende 27. Im Einzelrennen über 20 km wurde er 47. Mit der norwegischen Staffel gewann er seine zweite Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften. Im Massenstart wurde er mit zwei Schießfehlern Achter. Insgesamt fügte Bjørndalen seiner Medaillensammlung zwei weitere Goldmedaillen hinzu.

Beim letzten Weltcup in Chanty-Mansijsk wurde Bjørndalen 47. im Sprint. In der Verfolgung ging er nicht an den Start. Im letzten Saisonrennen, dem Massenstart über 15 km, wurde er 20.

Insgesamt beendete er die Saison als 16. im Gesamtweltcup. Während er im Sprintweltcup 18. wurde, belegte er im Weltcup der Verfolgung den fünften Platz. Im Massenstartweltcup wurde Bjørndalen 17. Bei den Weltmeisterschaften in Ruhpolding gewann er mit beiden Staffeln die Goldmedaille.

Saison 2013/14

Am 8. Februar 2014 gewann Bjørndalen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Goldmedaille im Sprint über 10 km, am 19. Februar 2014 eine weitere Goldmedaille mit der norwegischen Mixed-Staffel. Nach den Olympischen Spielen kündigte er an, seine Biathlonkarriere bis zu den Weltmeisterschaften 2016 fortzuführen. [5]

Am Ende des Jahres wurde er zum zweiten Mal nach 2002 zu Norwegens Sportler des Jahres gewählt.

Saison 2015/16

In der Saison 2015/16 gewann er mit dem Einzel in Östersund das erste Rennen der Saison. Damit erneuerte er den Rekord des ältesten Gesamtweltcup-Führenden und den des ältesten Weltcuprennen-Gewinners. Bei den Weltmeisterschaften in Oslo gewann er je eine Silbermedaille im Sprint und in der Verfolgung. Als Startläufer der Staffel gewann Bjørndalen Gold, im anschließenden Massenstart wurde er Dritter.

Bilanz

Mit acht olympischen Goldmedaillen sowie vier Silber- und einer Bronzemedaille ist Ole Einar Bjørndalen der erfolgreichste Biathlet bei Olympischen Winterspielen. Mit Ausnahme des Massenstarts gewann Bjørndalen dabei in jeder Disziplin mindestens einmal die Goldmedaille. Durch seinen Sieg mit der norwegischen Mixed-Staffel am 19. Februar 2014 in Sotschi wurde er der älteste Olympiasieger im Biathlon und löste außerdem seinen Landsmann Bjørn Dæhlie als erfolgreichsten Winter-Olympioniken der Geschichte ab.

Bei Biathlon-Weltmeisterschaften gewann Bjørndalen insgesamt 44 Medaillen (20 × Gold, 14 × Silber, 10 × Bronze), damit liegt er in der Gesamtwertung inklusive Staffel- und Mannschaftsergebnissen auf Platz eins. Als erster Biathlet überhaupt gewann Bjørndalen jeden möglichen Weltmeistertitel mindestens einmal. In der Wertung der Einzeldisziplinen führt er mit 11 × Gold, 6 × Silber und 8 × Bronze vor dem Franzosen Martin Fourcade.

Den Gesamtweltcup entschied Bjørndalen insgesamt sechsmal für sich, damit ist er gemeinsam mit Martin Fourcade Rekordhalter vor dem Franzosen Poirée und dem Deutschen Frank Ullrich mit je vier Gesamtweltcupsiegen. Von der Saison 1996/97 bis zur Saison 2008/09 lag Bjørndalen insgesamt 13 Jahre lang am Ende der Saison immer unter den besten drei Biathleten der Gesamtwertung. Mit 95 Weltcupsiegen in Biathlon und Skilanglauf ist Ole Einar Bjørndalen vor dem alpinen Skirennläufer Ingemar Stenmark aus Schweden mit 86 Weltcupsiegen der erfolgreichste männliche Wintersportler der Geschichte.

Bjørndalen gewann in seiner Karriere bisher 20 Disziplinenweltcupwertungen (9x Sprint, je 5x Verfolgung und Massenstart sowie 1x Einzel), zusammen mit seinen sechs Gesamtweltcupsiegen hat er damit 26 Weltcupwertungen gewonnen. Mehr Disziplinenweltcupwertungen hat kein anderer Athlet im Biathlon gewonnen.

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